Was Top-Unternehmen anders machen by Franz Bailom & Kurt Matzler & Dieter Tschemernjak

Was Top-Unternehmen anders machen by Franz Bailom & Kurt Matzler & Dieter Tschemernjak

Author:Franz Bailom & Kurt Matzler & Dieter Tschemernjak [Bailom, Franz & Matzler, Kurt & Tschemernjak, Dieter]
Language: deu
Format: epub
Publisher: Linde
Published: 2013-01-13T23:00:00+00:00


Erfolg ist damit weniger eine Frage des „Sich-Anpassens“, sondern vielmehr eine Frage des „Gestaltens“.

Abbildung 6.2: Resource-based View: Strategieentwicklung auf den Kopf gestellt149

Die deutsche PAPSTAR Gruppe ist ein europaweit tätiges Unternehmen, das sich mit seinen mehr als 2.000 Mitarbeitern auf den Vertrieb von Einweggeschirr und Einwegartikeln, Verpackungsmitteln, Hygieneprodukten, Dekorationsartikeln und Zubehör spezialisiert hat. Mit einer besonderen Sourcing- und Logistikkompetenz werden weltweit über 5.000 Artikel eingekauft und zu marktfähigen Warensortimenten gebündelt. Hierbei wird besonders Wert darauf gelegt, laufend neue Trends in die Sortimentskonzeptionen für die verschiedenen Kundengruppen einfließen zu lassen, um eine optimale Verbundlösung für den Handel zu schaffen.

Obwohl es der PAPSTAR dadurch gelungen ist, sich zum führenden europäischen Anbieter zu entwickeln, stellte sich das Führungsteam die Frage, ob und inwieweit es möglich ist, in neue Geschäftsfelder einzudringen, um den Unternehmenserfolg nachhaltig abzusichern und auszubauen.

Dafür wurde ein Strategieentwicklungsprozess initiiert, bei dem es zunächst darum ging, die Kompetenzfelder des Unternehmens zu eruieren und die dahinterliegenden Fähigkeitsbündel herauszuarbeiten und zu analysieren. Darauf aufbauend sollte die Frage gestellt werden, mit welchen Kompetenzen es möglich sein könnte, in neue Geschäftsfelder einzudringen.

Die Analyse verdeutlichte, dass die PAPSTAR neben ihrer Sourcing- und Sortimentskompetenz insbesondere über ein Bündel an Fähigkeiten, Technologien und Vertriebsstrukturen verfügt, mit denen qualitativ einzigartige Logistik-, Service- und Dienstleistungen bis hin zur physischen Regalbetreuung im Handel kostenoptimal erbracht werden können. Zwei zentrale Säulen zeichnen sich dafür maßgeblich verantwortlich.

Zum einen verfügt die PAPSTAR AG über ein hoch technologisiertes, modular erweiterbares Logistikzentrum, in dem Warenströme aus den unterschiedlichsten Produktionsstandorten flexibelst zusammengeführt, verpackt, fein kommissioniert, gelagert und zeitgerecht an jeden Standort ausgeliefert werden können. Zum anderen ist es der PAPSTAR AG in den letzten Jahren gelungen, bundesweit einen Pool von mehr als 1.400 Teilzeitkräften aufzubauen, zu qualifizieren und systematisch zu steuern, die die Ware am jeweiligen Standort übernehmen und vor Ort für eine professionelle Regalbetreuung von der Bestellung über die Bestückung bis hin zu Shop-Umbauten für die Handelskunden übernehmen.

Basierend auf diesen Erkenntnissen galt es in der Folge, zu evaluieren, inwieweit diese besondere Dienstleistungskompetenz auch anderen Herstellern, die den Handel beliefern, angeboten werden könnte. Dabei zeigte sich, dass sich die Handelsunternehmen bereits seit längerer Zeit unter einem starken Kostendruck befinden. Immer mehr Tätigkeiten, die ursprünglich beim Handel lagen, werden an die Industrie bzw. Dienstleister vergeben. Der eigene Personalbestand wird abgebaut. Des Weiteren forcieren die großen Handelsunternehmen zunehmend das Eigenmarkengeschäft, für das kein eigenes Vertriebs- und Merchandisingsystem existiert. Hierzu müssen die Handelsunternehmen „Private label“-Produkte aus unterschiedlichen Produktionsstätten bei einem Dienstleister zusammenführen.

Bei der Analyse der Industrie zeigte sich, dass dort viele kleine und mittelständische Unternehmen agieren, die allein nicht in der Lage sind, flächendeckend Vertriebswege für den Lebensmitteleinzelhandel zu bedienen. Viele dieser Unternehmen sind nur regional oder im Fachhandel mit ihren qualitativ hochwertigen Produkten präsent. Diese Situation ist nicht nur bezeichnend für den Mittelstand, sondern findet sich auch in multinationalen Konzernen wieder. Selbst diese sind, bedingt durch den anhaltenden Kostendruck und fehlende Margen, nicht immer in der Lage, logistisch sinnvolle Abläufe, wie zum Beispiel die Zusammenführung von Produkten unterschiedlicher Produktionsstandorte, zu realisieren. Viele dieser Unternehmen haben enorme Schwierigkeiten, die notwendigen und geforderten



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